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Dritter Tag

20.07.2009, Ossian Sars

Die Nacht haben wir in derselben Bucht verbracht, in der wir gestern Schutz vor dem Unwetter suchten, denn im Meer außerhalb tobt noch der Sturm. Also verbringen wir einen weiteren Tag in dieser Gegend, allerdings sind wir mit dem Schlauchboot an einem anderen Stück Erde an Land gegangen. Die Gegend hier wird Ossian Sars genannt und sie birgt unter anderen eine große Felswand, an der tausende Vögel brüten, ein Birdcliff. Von diesen Brutstätten findet man in der Arktis nur sehr wenige, was unter anderen daran liegt, dass der Felsen für Füchse und andere Tiere unzugänglich sein muss und dass die Vögel aber einen dirkten Zugang zum Meer brauchen, um fischen zu können. Doch auch biologisch sind diese Stellen sehr interessant, denn durch den ganzen Abfall, den die Vögel so hinterlassen ist der Boden unterhalb der Klippen sehr nährstoffreich und es wachsen da Pflanzen, die man sonst nirgendwo findet.

Vogelnester als Blumentopf?

Vogelnester als Blumentopf?

Teilweise wachsen die Pflanzen aber sogar in den alten Nestern der Vögel.
Es war schon spannend auf den Felsen unterhalb der Vögel entlang zu kraxeln. Alle hatten wir diese lustigen gelben Bergbauhelme auf dem Kopf um uns vor dem Steinschlag zu schützen. Denn der Boden war hier voll von losen Steinen und Geröll. Und das konnte von Personen weiter oben ganz leicht losgetreten werden. Die Analysen waren spannend zumal man zwischendurch immer wieder die Vögel beobachten konnte. Doch auch ein Rentier gesellte sich immer wieder zu uns. Zweifelsohne graste es gerne in dem saftigen grün am Vogelfelsen und fühlte sich von uns gestört.
Doch auch das rundherum des Birdcliffs war beeindruckend, denn das Meer lag direkt daneben und die Wolken am Himmel bildeten die tollsten Formen.

Der Weg zum Meer

Der Weg zum Meer

Der Himmel am Nordpol

Der Himmel am Nordpol

Am Abend nach getaner Arbeit kletterten wir dann noch ganz oben auf den Felsen und genossen die tolle Aussicht. Ganz ehrlich: ich hatte noch nie in meinem Leben so einen tollen Ausblick:

Ruhige See

Ruhige See

 

Ausblick

Ausblick

Steffi ganz oben :-)

Steffi ganz oben 🙂

Alles an allem war der Tag auf jeden Fall sehr sehr gelungen. Ich konnte wieder ein paar Flechten hamstern und bin gerade eigentlich rundum zufrieden. Naja fast, bist auf eine einzige Sache…

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17 Responses to “Dritter Tag”


  1. 1 Ute
    Juli 27, 2009 um 7:01 AM

    Hallo Steffi,
    kaum war ich mal ein paar Tage nicht auf Deinem Blog, sind hier die tollsten Photos und „Erlebnisberichte“! Einfach irre und ich, die doch die Wärme liebt, bekomme richtig Lust, das auch kennen zu lernen! Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute, sei lieb gegrüße
    Ute

    • Juli 27, 2009 um 10:53 AM

      Hallo Ute,

      also im Sommer ist es hier gar nciht so kalt. Teilweise hatten wir angenehme 15 Grad. Allerdings ist Spitzbergen fuer Touristen sehr sehr teuer. Denn man darfdie Siedlung nicht ohne Gewehr verlassen und so muss man eigentlich fuer jeden Schritt einen Fuehrer anheuern. 😦 Wenn ich hier nciht an der Uni studieren wuerde, dann koennt‘ ich es mir auch nciht leisten und haette auch so gut wie nichts gesehen.
      Liebe Gruesse,

      Steffi

  2. 3 schatzkiste
    Juli 27, 2009 um 7:11 AM

    Hallo Steffi,

    deinen Bildern und Berichten nach zu schließen, muß es schon ein tolles Erlebnis für dich dort oben sein. Die Ausblicke sind traumhaft.
    Ich wünsche dir weiterhin noch eine schöne Zeit und alles Gute,
    Rita

    • Juli 27, 2009 um 10:54 AM

      Hallo Rita,

      au ja, da kann ich nicht wiedersprechen. Besonders wenn man mal etwas weiter oben ist, dann ist der Ausblick einfach atemberaubend. .-)
      Liebe Gruesse,

      Steffi

  3. Juli 27, 2009 um 8:35 AM

    Wow, die Aussicht sieht auf den Bildern schon genial aus und ist in Natura bestimmt überwältigend. Auch die „natürlichen Blumentöpfe“ sehen ja witzig aus.

    Ick hoffe diese einzige Sache die Du da am Schluß erwähnt hast ist nichts schlimmes. 😉

  4. Juli 27, 2009 um 9:19 AM

    Das muss wirklich ein gigantisches Gefühl sein, wenn man inmitten dieser tollen Landschaft steht 🙂 Fand‘ es in Schweden ja schon traumhaft schön.
    Echt sehr tolle Fotos 🙂

    *liebe Grüße dalass*

  5. Juli 27, 2009 um 9:43 AM

    Liebe Steffi, dein Bericht liest sich spannend wie die Seefahrergeschichten, die ich manchmal so gerne lese, und deine Bilder sind atemberaubend schön. Ich finde es immer wieder beeindruckend zu sehen, wie schön die Natur in Gegenden ist, die für Menschen unwirtlich und schwer zu erreichen sind. Das führt einem vor Augen, was für ein Paradies die Erde eigentlich ist – leider ein bedrohtes Paradies.
    Liebe Grüße von Margot

    • Juli 27, 2009 um 10:50 AM

      Hallo Margot,
      ui, na das nenn‘ ich mal ein Komplimet.
      Ganz ehrlich: ich glaub‘ gerade weil Menschen hier so schwer hinkommen, ist es hier so schoen. Traurig, aber wahr. 😦
      Man sieht es hier oben ganz deutlich. Die Plætze an denen die Russen vor Jahren ihre Kohlemienen hatten, sind ein einziger Schrottplatz. Das schlimme: der ganze Krempel gilt als Weltkulturerbe oder so und darf nicht weggeræumt werden. :-/
      Liebe Gruesse,

      Steffi

  6. Juli 27, 2009 um 10:30 AM

    Das sind ja zauberhafte Fotos, und um deine Erlebnisse beneide ich dich immer mehr…

  7. 12 Annetta
    Juli 27, 2009 um 6:59 PM

    liebe steffi, die fotos sind wirklich toll geworden. ich will da auch hin!

  8. 13 The Curious Crab
    Juli 27, 2009 um 7:47 PM

    Das sind herrliche Bilder, Steffi!
    Ich beneide dich um diese tolle Reise und wäre gern dabei gewesen.
    Auf mich wartet im August leider nur 1 kurzer Tag in Oslo, aber ich freue mich trotzdem schon sehr.
    LG,
    Crab

    • Juli 28, 2009 um 6:55 AM

      Hallo,

      oha, wenn du nur einen Zwischenstopp am Flughafen machst, muss ich dich warnen. Die Stadt selbst ist noch 45 Minuten entfernt. Aber es gibt einen Bus, der rein faehrt.
      Liebe Gruesse,

      Steffi

  9. 15 Deine Korrespondetin aus den Tropen
    Juli 28, 2009 um 12:52 AM

    WOW, wenn ich deine Fotos sehe, bekomme ich solche Sehnsucht nach dem Norden! Ohoho! (Ein Laut zwischen Imponiert-sein und Sehnsucht-haben …)

    Aber das mit der Seekrankheit klingt hart! :-/ Aber du hast es geschafft!

    Das, was du dort sieht und das, was ich hier sehe, ist sowas von unvergleichlich! Ich kann es gar nicht in Worte fassen.

    Und schubs doch bitte mal einen der Eisberge feste an, dass er schnell hier vorbeischwimmt, denn es ist so warm hier!

    Liebe Gruesse aus Panamá!

    • Juli 28, 2009 um 6:57 AM

      Hallo Kerstin,

      hach, ich freu mich echt von dir zu hoeren. Du hast nur noch 4 Tage. Ganz ehrlich, darueber bin ich schon ein bissel neidisch. :-/ Ich hab noch 11… Naja.
      Unvergleichlich – ja – ich glaube das trifft es. Was du mir so schreibst, kann ich mir grad nicht mal vorstellen. Vielleicht wird das, wenn ich deine Fotos sehe. Wir muessen uns unbedingt treffen, wenn ich wieder da bin. Vielleicht an dem Montag oder so…
      Liebe Gruesse,

      Steffi

  10. 17 Deine Korrespondetin aus den Tropen
    Juli 30, 2009 um 3:45 PM

    Hola, Nordpol-Korrespondetin,

    Ja, ich brenne ja schon darauf, euch meine Fotos zu zeigen! 🙂 Hab noch nie soviele gemacht wie hier.

    Die 11 Tage (jetzt sind’s ja wieder 3 weniger) kriegst du schon rum. Gut, wenn du viel zu tun hast, dann kommt man nicht so ins Gruebeln. Ich hatte einen Tag hier gar nichts zu tun und ich war kurz davor, total am Rad zu drehen. Dafuer hab ich mich dann die letzten zwei Tage ins Bergland gestohlen, schoen hoch, schoen kuehl, schoene Waelder, meine Lieblingsorte hier. Denn hier unten in der Hitze kann man schonmal die Krise kriegen …

    Wir sehen uns ja bald schon wieder. Morgen wird ein laaanger Tag, mittags nach Panama-City mit dem Flugzeug, da ueber 5 Stunden einsamen Aufenthalt (na, dass ich da hoffentlich klarkomme, muss mit Taxis quer durch die Stadt!), abends Abflug nach Spanien, naechster Mittag umsteigen nach Frankfurt …

    Liebe Gruesse hoch in den Norden!

    Kerstin

    PS: Der Eisberg ist leider noch nicht angekommen. 😦


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